Neue Literarische Gesellschaft Marburg

-Literatur um 11-

 

 

 

 

 

 

 

 

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Rückblick: Programmhefte, Termine und Autoren seit 2010

Medien-Echo zu unseren Veranstaltungen


Das neue Programm von Literatur um 11
mit internationaler Belletristik und wissenschaftlichen Vorträgen


Uni im Café
So, 28. Mai, 11 Uhr, Café Vetter
Dr. Rainer Nickel
Das einfache Leben – Diogenes in der Tonne

Diogenes war einer der bekanntesten philosophischen Lebenskünstler des vierten vorchristlichen Jahrhunderts. Sein abenteuerliches Leben und seine radikalen Ideen, die die Welt auf den Kopf zu stellen versuchten, lösten zahlreiche Anekdoten aus, die bis auf den heutigen Tag faszinieren. Sie erzählen unter anderem von dem Mut, den er im Ungang mit den Mächtigen seiner Zeit bewies. Er beeindruckte sogar Alexander d. Großen, in dessen Schatten er aber nicht leben wollte.

Diogenes experimentierte mit alternativen Lebensformen, die die Phantasie auch des Menschen der Gegenwart anregen. Die Botschaft aus seiner Tonne lautet: Ein „einfaches Leben“ ist möglich und in Zukunft vielleicht sogar überlebenswichtig, aber alles andere als einfach.

Der Marburger Altphilologe Rainer Nickel konfrontiert die legendäre Gestalt des Diogenes mit modernen Vorstellungen von einem materiellen Minimalismus, der den Verzicht auf das Überflüssige, die radikale Bedürfnisbeschränkung und den schonenden Umgang mit Ressourcen verlangt, Verluste vermeidet, nur das Notwendigste verbraucht, Verbrauchtes ohne Aufwand zu regenerieren weiß und sogar Negatives und Zerstörerisches gewinnbringend nutzt.

Diogenes kann durchaus eine Leitfigur eines modernen Anti-Konsumismus und einer ökologisch orientierten Umweltethik sein, die durch Konsumverzicht mehr Freiheit und Selbstbestimmung zu gewinnen versucht. Er ermutigt dazu, auf überflüssigen Besitz zu verzichten und sich auf das Lebensnotwendige zu beschränken. Diogenes ist ein Vorbild für alle, die nicht nur den Zwängen ökonomischer Verfügungsgewalt und Fremdbestimmung widerstehen, sondern auch einen Beitrag zur Schonung natürlicher Lebensgrundlagen leisten wollen.

Eintritt: 10,- € / Mitglieder, Studenten: 8,- €


Einladung zur Mitgliederversammlung
So, 11. Juni, 9:15 Uhr, Café Vetter
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Literaturfreunde,
wir laden Sie herzlich ein zu unserer Mitgliederversammlung vor der Lesung von
Dr. Prinz Asfa-Wossen Asserate.

Beginn: 9:15 Uhr, Tagesordnung:
1) Feststellung der satzungsmäßigen Einladung zur ordentl. Mitgliederversammlung.
2) Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden mit Aussprache.
3) Bericht der Schatzmeisterin und der Rechnungsprüfer.
4) Wahl eines Versammlungsleiters.
5) Neuwahl des Vorstandes.
6) Verschiedenes

Mit freundlichen Grüßen
Der Vorstand


So, 11. Juni, 11 Uhr, Café Vetter
Dr. Prinz Asfa-Wossen Asserate
Die neue Völkerwanderung
Lesung aus dem im Oktober 2016 erschienenen Buch.
Eintritt: 12,- € / Mitglieder, Studenten: 10,- €


So, 18. Juni, 11 Uhr, Café Vetter
Prof. Dr. Heinz-Joachim Müllenbrock
Erbe und Auftrag – Konservatives Denken bei Burke und Disraeli.

Im Laufe ihrer Auseinandersetzung mit ihren politischen Konkurrenten ist die Konservative Partei Englands immer wieder bestrebt gewesen, sich durch Rückgriff auf ihr Traditionsgut ein über die Tagespolitik hinausreichendes, auf Kontinuität bedaches Profil zu geben. Mit Edmund Burke (1729-1797) und Benjamin Disraeli (1804-1881), dem späteren Earl of Beaconsfield, stellt dieser Vortrag zwei ihrer bis heute wichtigsten Ideengeber vor.

Burke verschaffte sich durch sein epochemachendes Buch Reflections on the Revolution in France (1790) Geltung, in dem er der naturrechtlichen Konstruktion des revolutionären Frankreich das durch die geschichtliche Erfahrung bewährte britische Verfassungsmodell entgegenstellte. Disraeli machte in dem Roman Sybil or The Two Nations (1845) die soziale Frage erstmals zum Anliegen konservativer Politik und setzte 1872 in seiner Rede im Londoner Kristallpalast den Imperialismus auf die politische Tagesordnung.

Der Vortrag legt die Standpunkte dieser beiden politischen Akteure und Publizisten dar und geht abschließend der Frage nach, ob und wie sich das Vermächtnis Burkes und Disraelis unter den gegenwärtigen politischen Rahmenbedingungen für den Konservativismus fruchtbar machen lässt. Dabei dürften sich auch Vergleichsaspekte für die Betrachtung der derzeitigen Situation in der Bundesrepublik Deutschland ergeben.

Eintritt: 10,- € / Mitglieder, Studenten: 8,- €


So, 25. Juni, 11 Uhr, Café Vetter
Karin Kirchhain
Märchen, die schon Luther kannte.

Die Renaissance verabschiedet das Mittelalter und führt neue Ideen ein, und die katholische Kirche steht noch über allem ... wie lebte es sich mit dem damaligen Weltbild und was für Geschichten mag Martin Luther als Kind gehört haben?

Wenn z.B. das bekannte Grimmsche Märchen "Dornröschen" uns plötzlich jung erscheint, weil es im Vergleich gerade nur 200 Jahre alt ist und wir seinem "Urgossmütterchen" begegnen, wie auch manch anderen märchenhaften Erzählungen, dann kann man den uns so fremden Zeitgeist ein wenig erfassen und vielleicht auch besser verstehen, wie das Denken und Fühlen vor 500 Jahren das Leben der Menschen gestaltete.

Die Marburger Märchenerzählerin stellt einige Märchen und Geschichten aus der Zeit Luthers vor und erläutert deren Verbindungen und Besonderheiten.

Eintritt: 10,- € / Mitglieder, Studenten: 8,- €


Uni im Café
So, 2. Juli, 11 Uhr, Café Vetter
Dr. Jutta Schuchard
Die Neugotik. Ein europäisches Phänomen. Vortrag.
Eintritt: 10,- € / Mitglieder, Studenten: 8,- €


So, der genaue Termin wird noch genannt, 11 Uhr, Café Vetter
Dr. Heiko Postma
Fontane II
Die großen Romane.


So, 22. Oktober, 11 Uhr, Café Vetter
Martin Kämpchen
Lebens-Reisen zu Tagore und anderswohin

Martin Kämpchen, in Boppard am Rhein geboren, ist nach seinem Studium, im Jahr 1973, nach Indien gegangen; seit 1980 wohnt er in Santiniketan, der Wirkungsstätte von Rabindranath Tagore, nördlich von Kalkutta.

Aus seinen Erfahrungen der Kulturen und Religionen Indiens schöpfend, hat er zahlreiche Bücher geschrieben, die uns die „Ferne näher bringen“ wollen. Darunter sind Essays, Tagebücher, Reisebücher und Erzählungen. Zudem ist er als der Übersetzer von Rabindranath Tagore aus dem Bengalischen hervorgetreten, hat dessen Biographie geschrieben und über Tagores Beziehungen zu Deutschland Bücher veröffentlicht. Seit zwanzig Jahren berichtet er im Feuilleton der FAZ über Indien. Außerdem bemüht er sich seit dreißig Jahren in Stammesdörfern um eine alternative Entwicklungshilfe.

In Marburg wird Martin Kämpchen Gedichte von Tagore in seiner Übersetzung vortragen sowie aus eigenen Werken der letzten Jahre lesen – aus Pfefferkörnchen (Erzählungen), Lebens-Reisen (Essays) und aus einem noch unveröffentlichtem Kinderbuch. Zwischendurch erzählt er über sein Leben zwischen Indien und Europa und möchte mit dem Publikum ins Gespräch kommen.

Eintritt: 10,- € / Mitglieder, Studenten: 8,- €