Neue Literarische Gesellschaft Marburg

-Literatur um 11-

 

 

 

 

 

 

 

 

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Rückblick: Programmhefte, Termine und Autoren seit 2010

Medien-Echo zu unseren Veranstaltungen


Das neue Programm von Literatur um 11
mit internationaler Belletristik und wissenschaftlichen Vorträgen


So, 21. Januar, 11 Uhr, Café Vetter
Prof. Dr. H.-J. Müllenbrock (Göttingen)
H. G. Wells: Pionier der Science Fiction und Literat der Globalisierung

Mit sogenannten wissenschaftlichen Märchen (scientific romances), deren visionäre Kraft bis heute unübertroffen ist, etablierte sich H.G. Wells am Ende des 19. Jahrhunderts als Pionier der modernen Science Fiction. In mittlerweile klassischen Werken wie The Time Machine (1895) und The War of the Worlds (1898), die hier im Mittelpunkt stehen sollen, beschwor er eine soziale Virtualität, deren Denkanstöße gerade in unserer wissenschaftlich-technologisch geprägten Welt nachvollziehbar sein dürften.

Dank seines weltumspannenden Vorstellungsvermögens suchte der an politisch-gesellschaftlichen Problemen brennend interessierte Wells auch die Konsequenzen der sich um 1900 in ersten Ansätzen ankündigenden Globalisierung auszuloten. Als Literat der Globalisierung, deren Chancen und Risiken er bereits gegeneinander abwog, ist er unser Zeitgenosse.

Eintritt: 10,- € / Mitglieder: 8,- € / Studenten: 5,- €


Uni im Café
So, 28. Januar, 11 Uhr, Café Vetter
Prof. Dr. Hermann Hofer
Jules Barbey d ‘Aurevilly (1808 -1889) – in Frankreich wiederentdeckt,
in Deutschland unbekannt.

Der normannische Adlige, Dandy, Prosaautor und Literaturkritiker Jules Barbey d’Aurevilly ist eine in Wort und Person gewordene Provokation, waren doch für ihn als Manichäer Gut und Böse im Kräftespiel der Welt gleichwertig. Kein Wunder, daß Staat und Kirche gegen ihn vorgingen.

Sein Hauptwerk „Les Diaboliques“ wurde 1874 vom Staatsanwalt wegen „Verletzung der öffentlichen Moral und der guten Sitten“ verboten, dabei war er durchaus ein strenggläubiger Katholik. In Frankreich aufgewertet und wiederentdeckt, wartet er bei uns noch darauf. Seine Vorliebe für die Macht des Satanischen macht diesen „hysterischen Katholiken“ (so Zola) gerade heute interessant.

H. Hofer (= Charles Ofaire) liest einleitend einige Gedichte aus seinem Band „Abflughafen für Schliessfachgedichte“.

Eintritt: 10,- € / Mitglieder: 8,- € / Studenten: 5,- €


So, 04. Februar, 11 Uhr, Café Vetter
Monika Czernin
Anna Sacher und ihr Hotel: Im Wien der Jahrhundertwende

Ihre Gäste und ihr Gespür für die Wiener Gesellschaft haben sie berühmt gemacht: Anna Sacher, legendäre Chefin des Hotel Sacher zur Zeit der Jahrhundertwende.

Das Hotel wird zur Bühne, auf der sich alle begegnen: Kaiserin Sissi, Kronprinz Rudolf, Schnitzler, Klimt, Mahler, die Rothschilds und Wittgensteins. Die Geschichte eines außergewöhnlichen Lebens und zugleich ein Stück europäische Kulturgeschichte.

Monika Czernin, 1965 in Klagenfurt geboren, studierte Politikwissenschaften und Philosophie in Wien. Die Autorin (u.a. Gebrauchsanweisung für Wien, Die Geschichte der Nora Gräfin Kinsky) und Filmemacherin hat in ihrer umfassenden Recherche viele Quellen zum Hotel Sacher erstmals ausgewertet. Monika Czernin lebt am Starnberger See.

Eintritt: 12,- € / Mitglieder: 10,- € / Studenten: 5,- €


Uni im Café
So, 18. Febuar, 11 Uhr, Café Vetter
Dr. Rainer Nickel
Von Authentizität bis Zuverlässigkeit – antike Wertbegriffe heute?

Können antike Wertbegriffe die gegenwärtige Werte-Diskussion bereichern? Mit dieser Frage wird keine versteckte Werbung für „absolut gültige, überzeitliche Werte“ betrieben.

Die antiken Wertbegriffe sind zeit- und standortgebunden. Sie sind historisch bedingt und stehen in Wechselwirkung zu den politischen, sozialen und ökonomischen Bedingungen ihrer Zeit. Sie können also von vornherein keinen Anspruch darauf erheben, außerhalb ihres historischen Raumes als vorbildlich oder verpflichtend zu gelten.

Aber sie verfügen über ein erhebliches Anregungspotential, weil sie die Fragwürdigkeit jeder Wertediskussion bewusstmachen. Aber auch wenn man das Reden und Räsonieren über Werte als obsolet ablehnt, weil man meint, dass heute nicht Werte, sondern Gesetze die Grundlage des säkularen Rechtsstaates seien, dürfte es nicht wertlos sein, kritisch zur Kenntnis zu nehmen, was Menschen in anderen historischen Epochen für wertvoll hielten.

Selbst wenn man die Bedeutungslosigkeit antiker Wertvorstellungen für Gegenwart und Zukunft annimmt, kann man einer schon damals intensiv diskutierten und bis heute offenen Frage nicht ausweichen: Wie entstehen überhaupt Wertvorstellungen und Wertbegriffe und wie werden sie begründet?

Man hat Wertbegriffe schon in der Antike mitunter bewusst missbraucht, um persönliche Interessen durchzusetzen, politische Ziele zu erreichen oder gar Verbrechen zu legitimieren. Diese Beobachtung ist aber nicht nur historisch interessant, sondern mahnt zur Wachsamkeit gegenüber jeder mit Wertbegriffen argumentierenden Rede. Der vernünftige, sachlich-distanzierte Umgang mit irrationalen, aber stabilen und mitunter machtvoll geäußerten Überzeugungen gehört zu den wichtigsten Kulturkompetenzen.

Mit den Begriffen „Authentizität“ und „Zuverlässigkeit“ werden anhand einschlägiger Texte der antiken Literatur zwei damals wie heute hochaktuelle Kernbegriffe des philosophisch-politischen Denkens und Handelns thematisiert.

Eintritt: 10,- € / Mitglieder: 8,- € / Studenten: 5,- €


So, 25. Febuar, 11 Uhr, Café Vetter
Michael Roes
liest aus seinem Roman Zeithain
Eintritt: 10,- € / Mitglieder: 8,- € / Studenten: 5,- €


So, 04. März, 11 Uhr, Café Vetter
Uwe Wittstock
Karl Marx beim Barbier: Leben und letzte Reise eines deutschen Revolutionärs.
Eintritt: 10,- € / Mitglieder: 8,- € / Studenten: 5,- €


So, 11. März, 11 Uhr, Café Vetter
Literarisch-musikalische Matinée über Mascha Kaléko
Die Dichterin, Mascha Kaléko, wurde als Tochter eines russischen Vaters und einer österreichischen Mutter 1907 am Rande der damaligen Donaumonarchie geboren, war im Berlin der 20er Jahre zu Hause und galt als ein außergewöhnliches literarisches Talent, bei dem sich auf unnachahmliche Weise wacher Verstand mit weiblichem Charme mischten, politische Schärfe mit Witz und romantischer Ironie.

Vor allem aber auch ist ihre Sprache ausgesprochen musikalisch und erlaubt ein Spiel mit den Rhythmen in Text und Ton. – Überraschende Wechsel zwischen Klang und Sprache, in denen sich die Wege der Dichterin spiegeln und das Gestern, Heute, Morgen ineinander verschwimmen – zeitlose Lieder über die Liebe und das Leben zwischen Trauer, Hoffnung und „aufgeräumter Melancholie“.

Cathrin Alisch (Stimme, Gitarre, Geige, Akkordeon)
ergänzt durch biographische Details und hat als ausgebildete Musikerin einige der schönsten Gedichte Mascha Kalékos neu vertont. Anders, als ältere Sprecherkolleginnen, die die jüdische Lyrikerin aus der Sicht eines gelebten Lebens – quasi in Augenhöhe und mit allen Bitterkeiten interpretieren, konzentriert sich die Berlinerin auf die „paar leuchtenden Jahre“ der jungen Mascha in Berlin – heiter, frech und frühlingshaft. Was liegt näher – zumal die ersten Gedichte der Kaléko in waschechtem Dialekt verfaßt sind und auch nach Ku’damm, oder Uhlandstraße klingen sollten.

Eintritt: 12,- € / Mitglieder: 10,- € / Studenten: 5,- €


So, 25. März, 11 Uhr, Café Vetter
Hans Pleschinski
liest aus seinem Roman Wiesenstein
Eintritt: 12,- € / Mitglieder: 10,- € / Studenten: 5,- €


So, 29. April, 11 Uhr, Café Vetter
Aus Anlass seines 75. Geburtstages spricht
Professor Dr. Arbogast Schmitt
über Freiheit und Lust, eine zu wenig beachtete Erklärung der Willensfreiheit.
Eintritt: 12,- € / Mitglieder: 10,- € / Studenten: 5,- €