Neue Literarische Gesellschaft Marburg

-Literatur um 11-

 

 

 

 

 

 

 

 

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Rückblick: Programmhefte, Termine und Autoren seit 2010

Medien-Echo zu unseren Veranstaltungen


Das neue Programm von Literatur um 11
mit internationaler Belletristik und wissenschaftlichen Vorträgen


Freitag, 22. Juni, 19 Uhr, Rathaus
Justus Noll / Ludwig Legge
Roter Lampion Mond
Musikalisch-literarische Soiree
Einführung Prof. Dr. Horst Schwebel

Vor rund 50 Jahren haben sich Justus Noll und Ludwig Legge in einem Haus in der Haspelstraße kennen gelernt und seit ihrem ersten gemeinsamen Auftritt als "Surrealisten" weiter zusammen gearbeitet.

Dr. Justus Noll hat als Journalist, als Pianist (Partner von Sylvia Anders), Komponist und Buchautor (Rowohlt, Hanser, S. Fischer) das Kulturleben Marburgs viele Jahre mitgeprägt. Ludwig Legge, seit 45 Jahren Vorsitzender der Neuen Literischen Gesellschaft, wurde als Autor ins Russische, Slowenische, Ukrainische und Georgische übersetzt (Lesungen in In- und Ausland).

Justus Noll am Synthesizer spielt neue eigene Kompositionen und Improvisationen unter dem Titel "Moondaines", die den Synthesizer in ein Kammermusikensemble integrieren. Diana Metzing (Viola, Violine) Alex Reiners (Altsaxophon), Gerd Schiebl (Violoncello), Justus Noll (Synthesizer).
Mit freundlicher Unterstützung des Fachdienstes Kultur.

Eintritt: 12 € / Mitglieder 10 € / Studenten 5 €


Sonntag, 24. Juni, 11 Uhr, Café Vetter
Dr. Dr. Joachim Kahl
Das Sein und das Nichts. Jean Paul Sartre (1905 bis 1980). Glanz und Elend eines französischen Philosophen von europäischem Rang.

Was Voltaire für Frankreich im 18. Jahrhundert war, Sartre war es im 20. Jahrhundert. Beide verkörperten glanzvoll französischen Esprit, französische Lebenskunst, französisches Engagement für die Freiheit. Freilich gelang Sartre nicht, was Voltaire beschieden war. Er zog nicht ins Pantheon in Paris ein, in die nationale Gedenkstätte bedeutender Persönlichkeiten, wovon er bereits als Knabe geträumt hatte. Diese früh sich bezeugende Ruhmbegierde drückte sich auch aus, als er 1964 den Nobelpreis für Literatur verschmähte und sich damit über die höchste kulturelle Auszeichnung der Menschheit erhob.

Der in einer offenen Paarbeziehung mit Simone de Beauvoir lebende und arbeitende Sartre war ein Meister der öffentlichen Selbstinszenierung. Dabei nutzte er alle Möglichkeiten des beginnenden Medienzeitalters und der Ferntouristik. Im Mittelpunkt seiner weit gespannten belletristischen und philosophischen Arbeit stand der Freiheitsbegriff, den er freilich heroisch überdehnte. "Der Mensch ist zur Freiheit verdammt" - so fasste er seine Ideen im frühen Aufsatz "Der Existentialismus ist ein Humanismus" (1946) pointiert zusammen.

Anhand dieser Schrift, des Schauspiels "Hinter verschlossenen Türen" sowie ausgewählter Abschnitte aus "Das Sein und das Nichts" soll ein begrenzter und doch zutreffender Einblick in Sartres Werk eröffnet werden.

Eintritt: 10,- € / Mitglieder: 8,- € / Studenten: 5,- €


Samstag, 14. Juli, 16 Uhr, Lutherischer Kirchhof 1
Ludwig Legge und Professor Horst Schwebel
Die Metapher in der Lyrik
Lyrik-Seminar

Die Metapher spielt in der Lyrik eine herausragende Rolle. Karl Krolow, selbst ein bedeutender Lyriker der fünfziger bis achtziger Jahre, dekretiert geradezu: "Ein Gedicht aktiviert sich durch seine Metaphern." Und fährt er fort, sie interessiere ihn bei einem Gedicht am meisten (Feuilleton-Beilage der FAZ, Nr. 26. 31.01.1959).

Ausgehend von diesem als Handout ausgegebenen Text klären wir zunächst, was eine Metapher ist, zeigen die verschiedenen Arten von Metaphern und prüfen ihre philosophische Bedeutung. (Hierzu: Hans Blumenberg, Paradigmen zu einer Metaphorologie, 1960).

Ein Lyrik-Text und seine Interpretation mit Handout zum Abschluss.
Wir bitten um Anmeldung.


Sonntag, 02. September, 11 Uhr, Café Vetter
Sigrid Damm
Im Kreis treibt die Zeit

Sigrid Damms neues Buch ist eine nachgetragene Liebe an ihren Vater. Ihr ganzes Leben lag sie mit ihm in Widerstreit, lehnte ihn ab. Erst kurz vor seinem Tod kam es zu einer zaghaften Annäherung. Über zwanzig Jahre später beginnt sie, dem Lebensweg ihres Vaters nachzuspüren.

Papiere und alte Fotos, die viele Jahre im Keller lagerten, werden befragt; parallel dazu die historischen Einschnitte, die sein Leben bestimmten, geschildert. 1903 in Gotha geboren, 1993 dort gestorben, wurde er Zeuge von Kaiserreich, Weimarer
Republik, Naziherrschaft, DDR-Regime und Bundesrepublik.

Erzählt wird von der Kindheit des Vaters im bürgerlichen Jugendstilhaus, in dem auch Sigrid Damm aufwuchs. Vom Ende des Ersten Weltkrieges und dem Eintritt des Fünfzehnjährigen als Lehrling in ein jüdisches Bankhaus, von seinem beruflichen Aufstieg dort. Eine Maßregelung wegen der Nähe zu seinen Vorgesetzten verstört ihn zutiefst und prägt ihn für sein weiteres Leben.

Im Frühjahr 1945 folgt die Einberufung, dann britische Gefangenschaft, erst 1948 kehrt der Vater zur Familie in die sowjetische Zone zurück. Lebenslang sein Bedauern, nicht im Westen geblieben zu sein. Sigrid Damms vorsichtige, beharrliche Spurensuche gibt Antworten auf Fragen, die sie dem Vater nie gestellt hat.

Eintritt: 12 € / Mitglieder 10 € / Studenten 5 €