Neue Literarische Gesellschaft Marburg

-Literatur um 11-

 

 

 

 

 

 

 

 

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Rückblick: Programmhefte, Termine und Autoren seit 2010

Medien-Echo zu unseren Veranstaltungen


Sonntag, 10. November, 11 Uhr, Café Vetter
Professor Hermann Hofer / Charles Ofaire
Gustave Flaubert – nicht nur ‚Madame Bovary‘

Mit diesem Roman (1857), der einen Literaturprozess wegen Unsittlichkeit ausgelöst hat, beginnt und endet die Flaubert-Kenntnis der meisten Menschen. Der Roman ist dem Autor (1821-1880) zum Verhängnis geworden: Die Literaturkritiker und Professoren haben ihn und den Verfasser fast unter der Tonnenlast von wohlmeinenden (Schlimmeres gibt's nicht), überflüssigen und lehrerhaften Interpretationen begraben und ihn mit Komplimenten erdrückt: "Er ist ein Realist", "Er schreibt ein unvergleichliches Französisch", "Er ist ein Vorbildautor". Dass er selber den Ausdruck gewagt hat "Madame Bovary, c'est moi" (er hätte es besser nicht gesagt), ist ihm zum Verhängnis geworden.

Flaubert hat seine großen Vorausläufer Balzac und Stendhal verachtet, seinen bedeutendsten literarischen Zeitgenossen, Barbey d'Aurevilly (auch der Normanne), verunglimpft, und von den Zeitgenossen hat er nur Hector Berlioz geliebt. Er lebte mönchisch-zurückgezogen in der Normandie, entzog sich einer verachteten Welt, in der er vergeblich Größen wie Rabelais, Cervantes und Goethe suchte und die er zu beglückwünschen hoffte mit wenig gelesenen Werken, den scheinbar unschuldigen TROIS CONTES, die eine Ausnahme sind: Dem Erziehungsroman L'EDUCATION SENTIMENTALE, dem Karthago-Roman SALAMMB0, dem metaphysischen Steinbruchroman LA TENTATION DE SAINT-ANTOINE und dem Trottelroman BOUVARD ET PÉCUCHET, gewidmet als Abrechnung der Dummheit des 19. Jahrhunderts.

Ihn macht aus, was keinen anderen ausmacht. Er erfindet (welch Wagnis!) die Banalität als Hauptthema in der Literatur. Das ist aber längst nicht alles, obschon die Literaturhistoriker ihn seit jeher als Abziehbild ihrer eigenen simplen Fantasien missbraucht haben. Es gilt, ihn zu entdecken, weil er - scheinbar - so berühmt ist.

Eintritt: 12,- € / Mitglieder 10,- € / Studenten 5,- €


Sonntag, 17. November, 11 Uhr, Café Vetter
Peter Henisch
Siebeneinhalb Leben
Mit Franzobel und Michael Köhlmeier gehört Peter Henisch zu den geschätztesten österreichischen Erzählern. In seinem Roman „Siebeneinhalb Leben“ setzt sich zu dem auf einer Parkbank schreibenden Autor Paul Spielmann plötzlich ein Mensch, der behauptet, es gehe in seinem neuen Roman um ihn.


Uni Im Café
Sonntag, 8. Dezember, 11 Uhr, Café Vetter
Professor Karl Braun
In der Reihe Uni im Café referiert Dr. Karl Braun, Ethnologe und Professor an der Marburger Philipps-Universität, über ein Kapitel der Kolonialgeschichte Lateinamerikas.

Kollision 1519: Azteken Spanier

Am 21. April 1519 landet die Flotte unter Hernan Cortes an der mexikanischen Küste. Bereits am 14. November lässt der aztekische Herrscher Moctezuma die Spanier in die – in einem See gelegene – Hauptstadt Tenochtitlan einziehen und bringt sie in seinem eigenen Palast unter. Am 14. Dezember 2019 wird er von den Spaniern gefangen genommen. Der offene Konflikt bricht aus und endet mit der völligen Zerstörung Tenochtitlans im August 1521.

Bernal Díaz del Castillo, ein einfacher spanischer Soldat, schreibt in seinem Augenzeugenbericht „Wahrhafte Geschichte der Entdeckung und Eroberung von Mexiko“: Wir waren völlig erstaunt über dieses Zauberreich. Hoch und stolz ragten die festgemauerten Türme, Tempel und Häuser aus dem Wasser. Alles war so schön und anmutig, dass man sich gar nicht sattsehen konnte. Heute ist von alldem nichts mehr zu sehen. Kein Stein dieser schönen Stadt steht mehr auf dem anderen.

Im Vortrag wird die Geschichte der Eroberung Tenochtitlans und die Hintergründe dieses Geschehens, sowohl aus aztekischer als auch aus spanischer Sicht erzählt. Für die Azteken müssen die Spanier eine Art Aliens gewesen sein, während Cortes über den Vorteil einer Sprach- und Kulturdolmetscherin, Malintzin bzw. Marina, verfügte. Nach der Niederlage beginnt die koloniale Verwertung, der sich ein von Franziskanern getragenes und dem Humanismus verpflichtetes Missionierungsprojekt entgegen zu stellen versucht.

Eintritt: 10,- € / Mitglieder 8,- € / Studenten 5,- €


Sonntag, 22. Dezember, 11 Uhr, Café Vetter
Heiko Postma
Der vierte Advent gehört – wie seit 40 Jahren – der Weihnachtsmatinee mit Heiko Postma. Diesmal mit Geschichten von Hans Christian Andersen, dem großen dänischen Märchenerzähler.


Vorschau 2020

Sonntag, 12. Januar, 11 Uhr, Café Vetter
Antje Welz
Matinee zum 80. Geburtstag der Marburger Autorin.
Mit musikalischer Unterstütztung durch Roswitha Aulenkamp, Emilia Blumenberg,
Theo Hoffmeyer und Justus Noll.


Sonntag, 19. Januar, 11 Uhr, Café Vetter
Rüdiger Safranski
“Komm! ins Offene, Freund!“
Präsentation des neuen Buches aus Anlass des 250. Geburtstages von Friedrich Hölderlin, diesem lange unentdeckten Genie des Zusammenklangs philosophischer, religiöser und poetischer Kraft.


Sonntag, 9. Februar, 11 Uhr, Café Vetter
Volker Ranisch
„Felix Krull. Der Hochstapler.“
Literarisches Kammerspiel, beflügelt vom Wortwitz Thomas Manns.


Sonntag, 16. Februar, 11 Uhr, Café Vetter
Bettina Balàka
Die Tauben von Brünn
Roman über die Geschichte des berüchtigten „Lotteriebarons“ Johann Karl von Sothen, der durch Betrug zu einem großen Vermögen gelangte.


Sonntag, 15. März, 11 Uhr, Café Vetter
Marburger lesen ihr Lieblingsgedicht
Sechste Auflage der beliebten Veranstaltungsreihe.


Sonntag, 19. April, 11 Uhr, Café Vetter
Johannes Willms
Napoleon-Biographie
A
us Anlass des 250. Geburtstages Napoleon Bonapartes: 800 Seiten umfassende Biographie eines, ohne den auch die deutsche Geschichte anders verlaufen wäre.